Evaluation der gemeindepädagogischen Angebote vor Ort für Kinder und Jugendliche
Eine Evaluationshilfe für Kirchengemeinden der evang. Landeskirche in Württemberg
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Liebe Leserin, lieber Leser,
die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger und grundlegender Teil jeder Gemeindearbeit, denn die junge Generation ist nicht nur die Zukunft, sondern auch schon die Gegenwart der Kirche. Deshalb ist es erfreulich, dass viele Gemeinden sich intensiv um diese Altersgruppe kümmern und ihnen von Anfang an Möglichkeiten bieten, ihrem Alter entsprechend Zugang zu Fragen des Glaubens zu bekommen. Hier gibt es an vielen Stellen hochmotivierte und -qualifizierte Arbeit, die sich im Vergleich zu anderen Anbietern von Kinder- und Jugendarbeit nicht verstecken muss.
Allerdings lässt sich oft auch beobachten, dass die einzelnen Angebote von Kirchengemeinden nicht gut miteinander vernetzt sind, dass Übergänge zu Angeboten für ein höheres Alter nicht gelingen und dass eine Evaluation gemeindepädagogischer Bemühungen nicht stattfindet. Im Alltag der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht leicht der Blick fürs große Ganze verloren.
Hier setzt das Projekt ego an: Evaluation der gemeindepädagogischen Angebote vor Ort bedeutet, dass die Verantwortlichen in der Gemeindeleitung, Pfarrer/innen und Kirchengemeinderäte erfahren
wie nachhaltig ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wirktwelches Image sie bei Kindern, Jugendlichen und Eltern hatmit welcher Motivation und welchem Einsatz Mitarbeiter/innen aktiv sind.
Sie bekommen eine konkrete Entscheidungsgrundlage, wie das Angebot der Kirchengemeinde durch Vernetzung und Kooperation weiter verbessert werden kann. Als eine Art „Mini-PISA” kann das Projekt ego helfen, die religiöse Bildung von Kindern und Jugendlichen in Ihrer Gemei
Schritte bei der Durchführung von ego
1. Der KGR informiert sich
Der KGR informiert sich über das Projekt und klärt, ob eine Durchführung wirklich sinnvoll und machbar ist.
2. Verantwortliche werden benannt
Der KGR benennt eine/n Projektverantwortliche/n oder ein Team, die das Projekt verantwortlich durchführen. Außerdem müssen die Verantwortlichen für die verschiedenen Teilbereiche (Kindergarten, Kinderkirche, Jungschar, Konfirmandenarbeit, Jugendarbeit, …) gewonnen werden.
3. Ein Zeitplan wird erstellt
Es wird ein möglichst realistischer Zeitplan erstellt und veröffentlicht. Gleichzeitig wird für eine Beteiligung am Ausfüllen der Fragebögen geworben.
4. Die Fragebögen werden angepasst
Die Fragebögen sollten für die eigene Gemeinde angepasst werden. Sie finden die MS-Word-Datei oben. Die Fragebögen können so um weitere Fragen ergänzt werden, die für die Gemeindeleitung von Interesse sind. Vielleicht fehlt Ihnen auch eine wichtige Zielgruppe, die befragt werden soll, dann erstellen Sie einfach einen weiteren Fragebogen.
5. Die Fragebögen werden ausgegeben und eingesammelt
6. Die Fragebögen werden erfasst und ausgewertet
Die Daten können entweder von Hand oder mit dem kostenfreien Programm GrafStat® der Bundeszentrale für politische Bildung erfasst werden, das Sie unter http://www.grafstat.de bekommen. Eine komplett vorbereitete Auswertungsdatei, die leicht an die veränderten Fragebögen anzupassen ist, finden Sie auf der Homepage des ptz (http://www.ptz-stuttgart.de/). Außerdem lassen sich mit diesem Programm leicht Korrelationen zwischen verschiedenen Aussagen herstellen. Man kann z. B. untersuchen, wie die Angebote der Kirchengemeinde auf eher kirchenfremde oder kirchennahe Gemeindeglieder wirken. Oder feststellen, wie sich die Ergebnisse bei Jungen und Mädchen unterscheiden.
7. Die Ergebnisse werden vor den beteiligten Mitarbeiter/innen und dem Kirchengemeinderat präsentiert und gemeinsam Konsequenzen erarbeitet
Dabei kann auf diese Punkte besonders eingegangen werden:Wie nachhaltig wirken die gemeindepädagogischen Angebote?Wie kann die Arbeit noch besser vernetzt werden?Wie können Übergänge zwischen verschiedenen Angeboten gestaltet werden?
Wie lässt sich das Image der Kirchengemeinde verbessern?
Welche Bereiche kommen eher zu kurz, wo lohnt sich ein verstärktes personelles und finanzielles Engagement?
8. Die Öffentlichkeit wird informiert
Die Ergebnisse der Evaluation werden in knapper Form zusammengefasst. Über Gottesdienst, Gemeindebrief, Gemeindeversammlung, Internet oder Zeitungsbericht wird die Gemeinde informiert. Dabei werden auch die beschlossenen Konsequenzen kommuniziert.
9. Die Konsequenzen werden umgesetzt und überwacht
Es wird eine verantwortliche Person benannt, die die Umsetzung der beschlossenen Veränderungen über einen längeren Zeitraum im Blick behält. Etwa ein Jahr nach Abschluss der Evaluation wird über den Stand der Umsetzung berichtet. Etwa 5 Jahre später lohnt sich eine erneute Evaluation der gemeindepädagogischen Angebote, um zu sehen, ob die beschlossenen Veränderungen greifen.
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